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THEATEREI

Liebe Freunde der Theaterei!

Wie schön, dass die Theaterei auf zwei Beinen steht. Unser Standbein ist die Theaterei Herrlingen. In diesem und im letzten Spielplan finden Sie Inszenierungen, die zeigen, wie die Theaterei Herrlingen von Anfang an gedacht war. Spannende literarische Texte, fein gearbeitete Inszenierungen und echte Schauspielkunst. Am Hang von Markus Werner mit Walter von Have und Bernhard Bonvicini und Mara von Wolf Wondratschek mit Celia Endlicher. Beide Aufführungen beweisen, dass jenseits aller Effekthascherei Theater gespielt werden kann, das jeden in den Bann schlägt und das ohne intellektuelle Attitüde. Dann kommt noch mein fabelhafter Walter Frei dazu, der mit seiner Wunderbaren Welt der Bücher jedem einen ebenso unterhaltsamen wie erstaunlichen Zugang zu Büchern und Autoren ermöglicht. Und das alles, ohne dass es nur eine Minute langweilig oder bildungsbürgerlich abgehoben ist.
Unser Spielbein ist die Zelt-Theaterei. Da leben wir großformatig unsere Lust am Spiel, am Volkstheater und an der Gaude aus. Wir zeigen im Zelt Komödien von der besten Sorte – Stücke mit Hintersinn, die bei allem Gelächter auch in die Tiefe gehen. Harry und Ludwig, eine schwäbische Komödie; noch nie waren in Ulm und um Ulm herum so herzerfrischend pralle Schwäbinnen auf der Bühne zu bewundern. Vor zwei Jahren war das unser Sommer-Hit und wir freuen uns schon auf die diesjährigen lachbereiten Besucher. Als Uraufführung zeigen wir dann ab August Der Brandner Kaspar pfeift auf’s Paradies. Eine schwäbische Mundartkomödie von Jürgen Widmer, die der Autor den Theaterei-Schauspielern speziell auf den Leib geschrieben hat. Der Titel erinnert Sie vielleicht an die Erzählung und den Film „Der Brandner Kaspar und das ewige Leben“. Das ist richtig, aber unser Brandner Kaspar ist kein Bayer, sondern ein echtes schwäbisches Gewächs von der Schwäbischen Alb. Wo es zwei Beine gibt, da gibt es auch Fortschritt und Veränderung. Wir zeigen in diesem Jahr zum ersten Mal Kindertheater. Mein Ziel ist es, das Kindertheater so sorgfältig, genau und liebevoll zu gestalten, wie Sie es von unseren „normalen“ Inszenierungen gewohnt sind. Deshalb stehen in Das Geschenk des weißen Pferdchens auch keine Anfänger auf der Bühne, sondern gestandene Schauspieler: Celia Endlicher, Anke Siefken und Bernhard Bonvicini. Darum ist es schön, dass die Theaterei zwei Beine hat. Mit diesen Beinen gehen wir auf Sie zu, und wenn Sie Lust haben, können Sie mit uns freudig in die kommende Spielzeit gehen.

Wir würden uns freuen
Ihr Wolfgang Schukraft
Theaterei-Prinzipal

Zum 50.Bühnenjubiläum von Walter von Have
Premiere
Am Hang
von Markus Werner


mit Bernhard Bonvicini und Walter von Have
Regie Walter Frei, Bühne Jörg Stroh.
Dieses Stück hat auf seine optimale Besetzung gewartet. Und die haben wir nun. Endlich können wir diese Premiere zeigen.
Am Hang zu leben, kann riskant sein. Wie leicht können Dinge ins Rutschen geraten. Diese Erfahrung muss der Scheidungsanwalt Clarin (Bernhard Bonvicini) machen, dessen Arbeitswochenende in seinem Tessiner Ferienhaus einen etwas anderen Verlauf nimmt. Ein abendlicher Trunk, ein harmloses Gespräch, mehr hatte dem leutseligen Clarin nicht vorgeschwebt, als er sich dem Fremden auf der Terrasse des Bellavista-Hotels vorstellte. Doch sollte sich bald herausstellen, dass Loos (Walter von Have) nicht der Partner für den erwartet netten Plausch war. Die Schlinge zieht sich zu. Zusehends redet sich der kultivierte, schwerblütige Loos in Rage, philosophiert hemmungslos und trunken über den erbarmungswürdigen Zustand einer lärmenden und oberflächlichen Welt. Vor einem Jahr war im Kurhotel in Cademario drüben am Hang, seine über alles geliebte Frau von ihm gegangen. War es Selbstmord? Clarin beginnt, aufzuhorchen. Cademario ist auch ihm kein fremder Ort. Schicksalsspuren überschneiden sich.
Rätsel über Rätsel werden aufgetürmt. Markus Werner gelingt es meisterlich, den unheimlichen Spannungsbogen seines Psychodramas aufrecht zu erhalten! „Am Hang“ ist ein spannendes Kammerspiel, das sich Walter von Have zu seinem 50.Bühnenjubiläum gewünscht hat.

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